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Auszug aus einer Pressemitteilung
der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste anlässlich
der Benennung des Hörspiels des Monats August 2001:
"... Mit erwähnen möchte die Jury auch das Hörstück
"Anybody Home" von Amina Gusner u.a., das ... am 19. August in Radio
Bremen ausgestrahlt wurde. Hier ist die Spontaneität lobenswert,
mit der von Menschen aller Altersgruppen Äußerungen zu den
Wechselfällen des Lebens gemacht wurden.Ihre teils banalen, teils
tiefsinnigen Wortmeldungen wurden mit stilistischem Gespür zu einer
kurzweiligen Collage verknüpft".
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taz Bremen Nr. 6526 vom 18.8.2001, Seite 27, 31 TAZ-Bericht, ck:
"Ich will auch nicht bei mir bleiben"
Hörspiel am Sonntag: Männer, Frauen und die Fallstricke
des modernen Lebens Großstadtsymphonie
Die Hörspielabteilung von Radio Bremen kann mit den
Honoraren der reicheren Sender nicht mithalten. Deshalb ist das
kleine Redaktionsteam gezwungen, junge und jüngste Talente
aufzuspüren. Die neueste Entdeckung ist die Berliner
Künstlergruppe "allein-im-hausflur.de". Die hat sich erst im
Januar 2001 formiert. Und auch die Liste der Projekte ist noch
extrem kurz: Mit "Anybody Home" hat die fünfköpfige Gruppe
erst eine Arbeit vorzuweisen. Doch die hat es dafür in sich.
Über 70 Jahre nach Walter Ruttmanns legendärer Symphonie
einer Großstadt haben Amina Gusner und ihre Hausflur-Kollegen
erneut Berlin und sich selbst belauscht. Aus aufgeschnapptem
Alltagsgerede und vermutlich in munterer Runde
zusammengewürfelten Statements haben Gusner und Co. einen
prickelnden Cocktail modernes Leben gemixt.
"Was ich an Frauen nicht leiden kann ist, dass sie so viel fühlen
müssen. Die zerfühlen alles richtig", sagt da ein namenlos
bleibender Mann. Und kurz darauf gibt eine Frau zum Besten:
"Nehmt mich doch mit, ich will auch nicht bei mir bleiben." Zu
leisen schnellen Beats und einer percussiven Musik von Paul
Wilke reiht sich in dieser Collage aus 24 Stimmen und sechs
Instrumenten ein Zitat ans andere. Die Schnitte sind ebenso
rasant wie die Stimmungswechsel.
Mal mit Berliner Schnauze, mal auf Sächsisch und dann doch
wieder auf Hochdeutsch erzählen die Stimmen von Partnersuche,
erstem Sex und den Stolperfallen im Alltag. "Ich wünsche dem
Mann in der Post schöne Weihnachten. Da sagt er: Ich bin aber
Jude." Das Leben zwischen Höflichkeit und Politischer
Korrektheit ist eben kaum ohne Blessuren zu bewältigen. Doch
selten war es so witzig wie im 50-minütigen Hörspiel "Anybody
Home".
Und was macht der Mann in Gegenwart einer alles zerfühlenden
Frau? "Ich erfinde irgendwelche Gefühle, von denen ich
annehme, das sie jetzt richtig sind." ck
Ursendung am Sonntag, 19. August, 17.05 Uhr auf Radio Bremen 2.
http://www.taz.de/pt/2001/08/18/a0249.nf/text
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