Hörspiel anybody home
Cover

anybody home ist eine szenische Klangkomposition mit vierundzwanzig Stimmen und sechs Instrumenten zu dem Thema Stimmen und Stimmungen in der Stadt.

Idee/Regie

Amina Gusner

Ton/Komposition

Paul Wilke

Musik

mosermeyerdöring

Hartmut Zell

Holger Anhalt

Texte

Amina Gusner

Marc Iven

Erika Runge

Johannes Zacher

Künstlerische Mitarbeit

Kai - Uwe Achilles

Marc Iven

Johannes Zacher



mehr siehe Presse/Rezensionen

anybody home Texte
Mir fällt die Konzentration derzeit echt schwer. Bin soo aufgeregt. Was ist wichtig und muss bedacht werden?
Also, so wird's was.
Lass uns Zweideutigkeiten ausschließen. Diesmal wird alles ganz anders. Ich bin Dein Freund! Mach doch ruhig viele Wörter, die andere Variante ist aber auch noch zu haben. Ach was weiß ich, mach wie du denkst. Ich hatte nur so Angst. Was ist wichtig, was muss bedacht werden? Diesmal wird's ganz anders. Hier steh ich und so geht's mir. So Sachen liegen mir auf der Seele.
(J. Zacher)

Alles ist so still. Vielleicht bin ich einfach allein. Ich möchte gern berufstätig aussehen, vielleicht glaube ich's dann selber?
(A. Gusner)


Auguststrasse/Ecke Tucholskystrasse

Was ist los mit Ihnen? Verhalten Sie sich jetzt schon im voraus? Am besten von Anfang an in der Ecke bleiben. Ich möchte auch nicht der sein, der das letzte Wort behält. Am besten ich gehe schon mal.
(A. Gusner)

Wenn mich alle verlassen, von mir weg wollen, möchte ich ihnen zurufen: Nehmt mich mit. Ich möchte doch auch nicht bei mir bleiben.
(A. Gusner)

Mir träumte, er hätte viele Frauen "markiert" und in die "Zwischenablage" gelegt. Ich läge auch da drin. Dabei war ich doch seine Frau. Als ich aufwachte, habe ich geweint.
(A. Gusner)

Vielleicht lügen wir nur soviel, weil wir Freude am Leben haben. Oder weil wir lieben. Ich zum Beispiel bin nur ehrlich, wenn mir Menschen oder bestimmte Situationen total egal sind.
(A. Gusner)

Unser Sohn ist nichts geworden. Er hat Angst oder taucht unter. Später vielleicht wieder auf. Auf jeden Fall hat er kein Sinn für Ordnung. Er ist irgendwo unterwegs und geht unter. Ganz sicher geht ein solcher unter. Er kann nichts anderes. Er kann nicht. Er hat keine Kraft und will sich nicht entwickeln. Er macht uns Angst. Womöglich bringt er sich plötzlich um, oder uns. Wer weiß was in seinem Kopf vorgeht. Er ist absolut verkehrt. Er kann nur stören und zerstören. Und er will sich auch nicht entwickeln. Er ist ein Unternehmen ohne Talent und voller Klischee.
(A. Gusner)



Köpfe


Er ist ein Komiker. Wenn er einen Satz sagt, wird die Hälfte der anwesenden Frauen lachen. Er hat auch so eine positive Würde, die ich sonst nur von Häuptlingen kenne.
(A. Gusner)

Manchmal denke ick, man muss einfach mal raus aus dem Kämmerchen, mehr unter Leute, verstehste? Zu Hause lernt man ja doch niemanden Fremden kennen - also ick mein, man wird niemanden Neuen treffen. Also, morgen geh ick wieder Bewerbungen abschicken, wegen der Sozialhilfe, is ja nun och nich det Wahre! Also wat tun is mit Sicherheit ein besseres Gefühl als blöd rumlabern. Übrigens, wenn ich demnächst nich ans Telefon gehe, is es nich Desinteresse, sondern ein nicht bezahlter Telefonanschluss - all die offenen Rechnungen, die ich wer weiß wann bezahle und so... Naja, schlaf schön.
(A. Gusner)

Manchmal bin ich mir so dermaßen zuviel, dass ich aus mir gern zwei machen würde - halte ich´s mit dem einen nicht mehr aus, gehe ich einfach in den anderen.
(M. Iven)

Wir fühlen uns eigentlich ganz wohl miteinander. Nur manchmal vielleicht etwas ungnädig, der eine mit dem anderen. Ich werde dann auch leicht laut, aber ich möchte das nicht überbewerten.
(M. Iven)

Bei sonem Vorstellungsgespräch will ick mich doch vorstellen! Warum soll ick mich da zurechtmachen? Ick will mich doch zeigen so wie ick bin, mit meinem fettigen Haar, meiner Zahnlücke, den Jeans, weil man da gleich sieht, mir sind Äußerlichkeiten voll egal! Warum soll ick mich verstellen? Wenn die mich nich wollen, so wie ick bin, bin ick doch sowieso falsch da! Ick würd mich och nich wohl fühln bei Leuten, die mich nich so nehm wie ick bin. Ick würd die nich wolln, wenn die mich nicht wolln.
(A. Gusner)

Spiegelbild, mein Spiegelbild ... manchmal erkenn ich´s gar nicht.
Und dann denk ich das bin ja ich. Ich bin das.
Und manchmal weiß ich überhaupt nur wie ich mich fühle, weil ich mich sehe.
Schlimm sehe ich aus.
Naja, is ja auch November.
(A. Gusner)



Kneipe Kneipe


Ne Zeitlang hab mich mich gar nicht erkannt, wenn ich in den Spiegel gesehen hab. Hab mich einfach nicht erkannt. Das bin ich doch gar nicht da im Spiegel. Meine Mutter sah gut aus. Die sah toll aus. Also als sie so alt war wie ich jetzt, sah sie umwerfend aus. Mein Vater sagt, ich seh ihr überhaupt nicht ähnlich. Aber ich finde schon, also ich würde ihr gern ähnlich sehn. Ich würde gern männlicher sein. Naja, mir ist auch lieber, wenn ich mich nicht im Spiegel sehe.
(A. Gusner)

Du sollst mich festhalten. Und was machst du?
Erklärst mir die Welt.
(A. Gusner)

Eine Gehirngröße eher leicht.
Eine Kopfgröße eher klein.
Aber das nur am Rande.
(A. Gusner)

So oder so.
Ist ja auch egal.
Hauptsache du machst was du willst.
Es geht nicht um Einigung.
Haben Sie was gesagt?
Aber Sie müssen doch was gesagt haben.
Haben Sie nicht grad nen Ansatz gemacht?
Warum denn nicht? Warum eigentlich nicht? Na, is ja auch egal.
(A. Gusner)

Geständnisse!
Ich hasse meine Kinder!
Ich bin impotent!
Ach! Gehören Sie auch zu dieser etwas irritierenden Sorte?
(A. Gusner)

Ich bin ein echter Stressfaktor, also plan mich lieber ein!!!
(A. Gusner)



Tor


Ich komme in meine Wohnung, lauter Männer! Lauter Mexikaner!!! Wie die Schmetterlinge. Schwirren umher. Ich bin doch nicht wahnsinnig!!! Ich ertrage das nicht leicht. Jemand berührt mich. Und wenn ich eins nicht ertrage, dann diese viele Bewegung. Ich will einen ruhigen jungen Mann aus dem Nirgendwo. Still muss er sein.
(A. Gusner)

Selbst isoliert sind die meisten Masse.
(A. Gusner)

Deine Haarsträhne auf meiner Schulter ist okkulter Wahnsinn .
(A. Gusner)

Seit unserer Trennung habe ich meine Heimat verloren. Und wenn ich dich am Telefon als Drecksstück bezeichne ist das ein Stück neuer Heimat.
(A. Gusner)

Wenn ich mir vorstelle, dass ich die gesamte Kindheit nur ein Kind war! Wer is denn da unfähig, he? Woll'n wir Schlüsse ziehen? Zur Konsequenz greifen? Mensch, der arme Junge, der arme hilflose Kurti!
(A. Gusner)

Ich finde Gespräche schaden der Gesundheit. Je mehr Worte, desto schlechter das Befinden.
(A. Gusner)

Wisst ihr denn wie schön ich bin, wenn ich ganz allein bin? Oder wie weich ich bin, wenn ich grade aus der Wanne steige, um gleich ins Bett zu gehen? Wisst ihr denn wie tiefe Gefühle ich habe, wenn ich mir allein ein Glas Rotwein einverleibe? Och! Ich wünschte es gäbe einen, der mich wirklich sieht. So wie ich bin!!! Ganz pur und unverstellt.
(A. Gusner)

Wenn ich mich trauen würde, würde ich ihm sagen, dass ich ihn liebe. Das ich ihn mag für seinen Blick, für sein leichtes stottern, dass vieles von dem was er sagt, in mir widerhallt. Klar, ich höre ihn stottern und dialekten und logisten, doch auf mich wirkt eine andere Wahrheit, wenn er spricht. Es gibt ein Wiedererkennen, ein Sich-finden, ein Ankommen in seinen Worten; ich atme auf, wenn ich ihn höre. Und das ist es doch wonach man sucht, oder? Eine Heimat, ein Ankommen, ein Verstehen. Aber er wird weiter stottern und sich nicht trauen mich einzuladen auf ein Bier. Das ist so traurig. Aber es ist so. Und ich trau mich auch nicht. So bin ich eben. Und jetzt weiß ich auch, warum es wirklich eine Trauung ist, wenn zwei sich trauen. Ich würde mich nie trauen. Warte lieber bis irgendwer kommt und sich traut, mich zu fragen, ob wir auf ein Bier... Und das ist auch leichter für mich, weil der mich nie so aus der Bahn werfen könnte wie er. Der andere bedeutet nicht soviel. Ist auch gesünder. Tut auch nicht so weh. Aber nachts weine ich, trauere um meine ungenutzte Begegnung. Und hasse mich für meine Angst, und frage mich, was wäre wenn... aber es ist ja nicht, und so bleibt mir wenigstens die Scham erspart.
(A. Gusner)



Athen/Hund

Ne, das geht nicht. Wenn Sie in `ner Abtreibungspraxis arbeiten, dann müssen sie sich zusammenreißen! Und wenn Sie noch so böse Kreuzschmerzen haben. Das geht nicht, wenn da die Schwester auch noch anfängt zu heulen, ne. Ich versuch mich dann zusammenzureißen und nicht so einen gequälten Eindruck zu machen.
(J. Zacher)

Er: Ne Mail ohne Inhalt, ist soviel Wert wie Sätze ohne Worte.
(M. Iven)

Erzähl mal!
Watten?
Na so, dein Leben. Fang mal an. Ich unterbreche dann.
Da gibt's nichts zu erzählen, is so langweilig.
Dein Leben ist langweilig?
Naja, wat gibt's da zu erzählen?
Na, was hastn heute so gemacht?
Nischt. N paar Gänge. Na, wat man so manchmal machen muss, aber wat ganz langweilig is.
War heute der ganze Tag langweilig?
Ja.
Und gestern?
Och nischt passiert.
Na gut. Ich will noch was einkaufen, vielleicht sehn wir uns ja später noch mal.
(A. Gusner)

Warum sich so viele Frauen von Männern der dritten Welt angezogen fühlen, na is doch klar: die haben noch nicht alles. Die wollen noch was. Die haben was vor, Ideale! Frauen lieben Männer, die Ideale haben. Wir Frauen beurteilen Männer ja nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihrem Mut, ihrem Charakter. Das unterscheidet uns Frauen von den Männern. Nicht dass jeder Afrikaner hässlich ist, so meine ich das nicht, das wollte ich damit nicht sagen, sondern eher so grundsätzlich so.
(A. Gusner)

Ich hatte mal einen sogenannten "Onenightstand". Aber das wusste ich vorher nicht. Also, ich dachte es wäre Liebe. Als er sich nicht mehr gemeldet hat, bin ich den dann besuchen gegangen, aber als er die Tür aufmachte und mich gesehen hat, hat der so einen Schreck gekriegt, dass ich gedacht habe, ne - das ist keine Liebe, wenn sich jemand erschrickt, wenn er mich sieht! Naja, so hatte ich eben auch mal einen Onenightstand.
(A. Gusner)

Ob ich den Kontakt halten will? Und er geht so lange wandern, während ich blöd den Kontakt halte? Ne, ne, den kann er schön selber halten, wenn er unbedingt was halten will. Und ich werd ihm noch zurufen, schön hochhalten, dass er nicht dreckig wird, der Kontakt.
(A. Gusner)

Brauchst du noch RAM? Die sind zur Zeit sehr billig. Sag mir mal wie viele du brauchst.
(A. Gusner)



Hof


Heute morgen, als ich aus dem Fenster guckte, waren alle Autos weiß vom Schnee. Und darauf stand geschrieben, "Du bist mein Alles. Ich liebe Dich." Und lauter Herzen waren drauf gemalt. Jetzt sind die meisten Autos weg, meins steht noch da. "Mein Alles" und ein Herz sind übriggeblieben. Nicht das ich glaube es gilt mir, aber ich hab mich doch gefreut, sowas vor meinem Fenster zu finden. Und ein bisschen davon sogar auf meinem Auto.
(A. Gusner)

Ich bin rosarotverliebt und ich glaube, wenn man es nur sagt wird es wahr. Und wenn du sagen würdest, du bist in mich verliebt, wird es wahr. Kannst du es nicht sagen, es wenigstens versuchen? Komm, lass den Quatsch.
(A. Gusner)

Schlaf war für mich nie was selbstverständliches. Ich kann sehr schlecht einschlafen und betrachte ihn als Geschenk. Und nie hab ich wirklich genug davon. Egal wie lange ich schlafe, ich bin nie wirklich ausgeschlafen. Immer das Gefühl, oh Gott, ich muss... dies oder das... dabei würde ich so gern noch schlafen.
(A. Gusner)

Tut mir Leid, es geht mir nur nicht gut. Wollte sie... es ist nur... immer alle lachen sie mich... und gucken so. Ach! Is wohl alles sehr witzig? Da kannste ma wieda so richtig männlich fühlen du Sau duuu! Tu nich so du Machoschwein! Mir in nen Ausschnitt glotzen, duu... Idioteneinfall, Fickarschmistwichser, mach det nisch noch ma, duu Männer, duu... Nur ein bisschen Zuwendung, abba ne, wa, nisch drinn, ne kann ick verzichten. Na, und duu du dämliche Brille! Duu find ick beschissen die Brille, schon wenn ick dich seh. Globst, bist wat bessres? Da kann ick so wie solch alberne, schwachsinnige, altere... ohne, ohne, voll verschissen, immer schön grinsen! Du fettes, immer nur angucken... dein blödes Fettgesicht, wa, weil de ein Mann bist... Abba eines Tages, und dann is der Tag, wo solch Schwachsinniggreise, wo ihr alle verschwunden, wo ihr für was uns angetan winselt... Dann gibt's nichts zu lachen für euch Jammertal, denn alle Frauen lachen vereint, lachen den Tag, das is dann der Tag.
(A. Gusner)

Mit ihm leben ist okay, aber wenn ich über ihn nachdenke, scheint es, als würde nicht mehr viel von ihm übrigbleiben.
(A. Gusner)

Es fällt mir schwer, meiner Mutter in die Augen zu blicken. Fiel mir schon immer schwer. Ich mag diesen strengen Ausdruck nicht. Als hätte ich wieder was falsch gemacht. So kommt es, dass ich immer seltener in den Spiegel schaue.
(A. Gusner)

Sicher, ich begehe viele Dinge, die scheinbar unlogisch und verquer sind. Doch es wohnt ihnen eine eigene Logik inne. Ich muss daran glauben. Ich wäre sonst untröstlich.
(A. Gusner)

Man kann verloren gehen, sich verlaufen, verschwinden, böse Männer können dich mitnehmen, deshalb ist es sicherer, zu Hause zu bleiben. Es gibt zahlreiche Beweise für die Gefährlichkeit der Straße, eine Unmenge Beweise die dafür sprechen die Straße zu meiden, aber manchmal kommt man nicht drum herum, dann muss man eben doch raus.
(A. Gusner)

Erst schweigt er, dann redet er, dann schweigt er wieder, dann wird er wieder reden. Es ist alles so absehbar. So langweilig. Wenn er wenigstens mal durchreden würde, oder noch besser durchschweigen. Dann könnte ich wenigstens in Ruhe schlafen.
(A. Gusner)



Urlaub

Ich habe einige Beziehungen für mich - und das wissen die Betreffenden oft gar nicht - zu meinen engsten Dauerbeziehungen gemacht. Ich fühle mich ihnen so nah und verbunden, aber das würde ich nie zeigen.
(A. Gusner)

Auf dem Nachhauseweg ist mir so ein Penner in die Karre reingefahren, und der Depp will nicht unumwunden zugeben, dass er schuld ist. Ich glaube, dass nach meiner momentanen Pechsträhne ein unermessliches Glück in Form einer großbrüstigen Blondine wartet, die mit zur Seite geschobenem Schlüpfer und angefeuchtetem Schritt auf meinem Bett wartet...
(J. Zacher)

Ich falle oft, oder stolpere. Dinge fallen mir aus der Hand. Meine Familie sagt, dass liegt daran dass ich Trinkerin bin. Vielleicht. Doch ich glaub eigentlich nicht. Denn meistens verliere ich das Gleichgewicht, wenn ich sozusagen nüchtern bin. Dann entgleiten mir die Dinge.
(A. Gusner)

Männer über dreißig find ich meist langweilig. Sie sind so ernst und trocken. Noch schlimmer sind die in meinem Alter, also um die vierzig. Oder gar noch älter! Da wird's richtig bitter. Trostlos. Wüste. Die wissen ja nun alles ganz genau. Und meistens auch noch so humorlos wichtig. Also find ich so. Darf man so was sagen? Ist jetzt auch nur meine Meinung.
(A. Gusner)

Ich finde wir sollten jetzt alle mal die Augen schließen und uns aufs Sterben vorbereiten!
(A. Gusner)

Es regnet? Ich hab den Schirm vergessen. Ich hab heut alles falsch gemacht. Ich hab auch gestern alles falsch gemacht. Ich hab überhaupt mein ganzes Leben immer alles falsch gemacht. Ja! Da gucken sie peinlich berührt weg, wenn ihnen mal einer die Wahrheit sagt, was!
(A. Gusner)

Ich meine das geht mich ja jetzt nichts an, aber Sie passen überhaupt nicht zusammen. Das sieht man doch. Oder sind sie gar kein Paar?
(A. Gusner)

Das die Mutter ihre Tochter fickt, das geht zu weit. Aber dann doch wieder nicht. Weil ich natürlich verstehe, dass es ihr um Liebe geht. Ist halt ihre Art Nähe zuzulassen. Geht eben bei ihr nur über Sex. Und so gesehen hab ich dafür auch Verständnis.
(J. Zacher / M. Iven / A. Gusner)

Mensch det dauert, eh der so nen Satz rauskriegt! Sofort kannste ja nich zum Kühlschrank gehen!
(M. Iven)



Nacht

Heut is mir was passiert: Ich in der Post und wünsch dem Mann hinterm Schalter noch ganz freundlich "schöne Weihnachten". Da sagt der: Ich bin aber Jude! Na, da war ich dann auch bedient.
(M. Iven)

Mir ist das egal, wirklich. Ich mein jetzt nicht egal im Sinne von scheißegal, ich mein: is halt okay so. Ich muss da nicht unbedingt was gegen machen. Ich kanns auch lassen. Das soll jetzt nicht heißen, dass ichs gut so finde. Am Ende kann ich aber eh nichts dagegen ausrichten. Also was solls. Bin ich halt fett. Ich muss mich halt so annehmen, oder?
(J. Zacher)

Ich finde man sollte irgendwie regelmäßig Erholungspausen von sich selber machen können. Ich hab manchmal soviel Angst vor mir! Ich bin so streng mit mir! Ich hab richtig Prüfungsangst vor mir selber!
(A. Gusner)

Es gibt so Leute, die sind dermaßen richtig, dass man ganz automatisch falsch ist. Da muss man nicht mal mehr was machen.
(A. Gusner)

Die Lippen sind alles.
Der Atem fährt durch sie.
Von der einen Seite sind sie der Anfang, von der anderen Seite Ende von meinem Mund. Ich muss mit meinen Worten durch die Lippen hinaus. Ich will ja zu dir.
Und als ich bei Dir war, waren es nicht die Worte; es waren die Lippen.
(J. Zacher)

Das ist schön, wenn sie dann weinen. Eine solche Leichtigkeit. Es ist schön. Man sieht, dass sie ganz bei sich sind. Es ist nur wahr. Nichts mehr gespielt. Die Tränen fließen einfach.
Vielleicht finden Sie das pervers, mich aber macht ihr Anblick selig!
(J. Zacher)



Romantik Park


Will dich nur festhalten. Und wo bist du?
Hast schon weitergelebt?
Hast mir nichts mehr zu sagen?
Gott bist du stark!
(J. Zacher)

Wir sind alle die Kinder unserer Eltern. - Es gibt doch nichts Vernichtenderes als diesen Satz.
(M. Iven)

Vor zwei Tagen erzählte mir eine Freundin von ihrem toten Kind. Ich wusste das gar nicht und war wie vor den Kopf geschlagen. Wusste gar nicht, wie ich reagieren sollte und rutschte unruhig auf meinem Stuhl hin und her. Ich kam mir vor wie in einem Käfig aus Traurigkeit und unverarbeiteten Emotionen. Es ist doch auch unerhört, jemanden wie mich, der ich doch völlig unbeteiligt bin und gar nicht zur Familie zähle, mit derartigen Intimitäten zu belasten. Ich habe dann einen wichtigen Termin vorgetäuscht.
(M. Iven)

Ich wünsch mir ne Taschenuhr. Das ist besser als ne Armbanduhr. Denn da kann ja einfach jemand kommen und das Armband durchschneiden. Was weg ist ist weg!
(A. Gusner)

Was ich an Frauen nicht leiden kann ist, dass die immer soviel fühlen müssen! Die zerfühlen alles richtig! Ich trau mich schon gar nicht mehr nichts zu empfinden, weil ich dann sofort wieder als "unterschwellig aggressiv" eingeschätzt werde. Also erfinde ich irgendwelche Gefühle, von denen ich annehme, dass die jetzt erwünscht sind oder richtig sind, aber manchmal liege ich natürlich voll daneben.
(A. Gusner)

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