Und Heimat-eine Oper
U R A U F F Ü H R U N G

Premiere 02.12.04

" Auf einmal mußte ich singen
Und ich wußte nicht warum?
Doch abends weinte ich bitterlich." (Else Lasker- Schüler)

Eine Mutter zweier Söhne in der Mitte ihres Lebens. Und damit ist ja wohl alles klar und die Themen liegen auf der Hand: Ist die Mutter Schuld an meinem verkorksten Leben? Wo sind eigentlich die Väter? Und was heißt hier " jeder ist seines Glückes Schmied"? Wie weit kann denn ich selbst mein Leben bestimmen? Wie weit bin ich geprägt? Kann ich dem zu Vertrautem trauen? Kenne ich das Bekannte wirklich? Oder reagiere ich nur in einmal angenommener Gewohnheit? Ich kann mich wohl noch so sehr verändern, meine Mutter wird mich immer wiedererkennen.

Der Abend beschäftigt sich mit den Fragen: Wer bin ich? und: Wie bin ich dazu geworden? Und: Wo gehöre ich hin? Was ist Heimat? Das Land? Die Familie? Die Sprache? Die eigenen vier Wände? Oder ist alles nur eine Frage der Gewohnheit? Ist Gewohnheit Heimat? Warum gibt es gerade mit den Nächsten so viele Mißverständnisse? Warum ist es so schwer, die Liebsten zu lieben? Sind die Verstrickungen der Familie Heimat? Die Vorwürfe? Die Schuld? Die Verletzungen? Das Unverständnis?
Und da ist der Wunsch all dem zu entfliehen. Und der Wunsch fremd zu sein. Und der Wunsch, noch mal ganz von vorn anzufangen. Und der Wunsch, sich selbst neu zu erfinden. Gibt es ein Verstehen in der Sprache? Oder erst jenseits der Worte?

In unserem Theaterabend wird der Gesang, die Musik das Aneinander-Vorbeireden unterbrechen. Unverstellte Emotion findet hier ihren Ausdruck im Gesang, dadurch entstehen Momente der Nähe, des Verstehens und der Gemeinsamkeit.

Der Abend ist eine szenische Montage mit Texten von Amina Gusner, Fragmenten von bekannten Melodien und Liedern von Werner Eng.
Spielerisch fügen sich assoziative Bilder und Szenen, die von einem Klangteppich unterlegt werden, zu einer Familiengeschichte, die beiläufig ihre Dramen, ihre Codes, ihre Sehnsüchte und ihre Fremdheit aufdeckt.

Darsteller

Peter René Lüdicke
Ursula Staack
Werner Eng
 

Musik

Paul Wilke
 

Bühne

Johannes Zacher
 

Kostüm

Inken Gusner
 

Regieassistenz

Kalinka Giesler
 

Text/ Regie

Amina Gusner
 



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